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Die Trainingseinheiten in TKD bestehen aus den Grundtechniken, den Formen, den Übungen mit Gegenüberstellung eines oder mehrerer Partner, dem Training mit Hilfsobjekten und der persönlichen Verteidigung. Diese Einheiten sind deshalb so aufgebaut, dass sie dem Schüler das Erlernen dieser Kampfsportkunst, als Ganzes gesehen, erleichtern.

1. Grundlegende Bewegungen (Grundtechniken)

Die Grundtechniken bilden die eigentliche Basis für alle Bewegungen. Diese werden daher sehr oft geübt und ständig wiederholt. Je höher der Rang ist, desto schwieriger werden die Techniken. Es ist gut, wenn man auch die alten und einfacheren Techniken repetiert und verbessert.

1.1. Vitale Stellen des menschlichen Körpers

Als vitale Stellen sind diejenigen Körperteile des Körpers gemeint, die sehr sensitiv oder zerbrechlich auf einen Schlag reagieren. Für jedes Mitglied ist es von Bedeutung, diese verschiedenen Stellen genau zu kennen, so dass er die Angriffs – und Abwehrtechniken effizient einsetzen kann, ohne dass dabei wertvolle Energie verloren geht. Man stellt fest, dass man für verschiedene Stellen nicht gleichviel Kraft aufwenden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen. So hat man die vitalen Stellen in zwei Gruppen eingeteilt:

A)    Bedeutende: Verletzungen bei dieser Gruppe führen zum Tod oder zur Lähmung

B)     Weniger Bedeutende: Verletzungen in dieser Kategorie sind nicht lebensgefährlich, verursachen aber Schmerz und vorübergehende Handlungsunfähigkeit.

Der Einfachheit halber teilt man den menschlichen Körper in fünf Teile: den Kopf, den Brustkasten, den Unterleib, die Genitalien und die vier Extremitäten (Füsse und Hände).

Der Kopf:
Der Schädel besteht aus 28 Knochen, wovon acht das Gehirn schützen. Die Augen sind gegen Angriffe gut geschützt, ausgenommen sie werden mit Fingern oder Zehen attackiert, welche ernste Verletzungen herbeiführen können. Ein Schlag auf die Nase ist nicht weiter schlimm. Der Nasenbeinbruch und das Bluten sind nicht gefährlich. Angriffe auf den Mund könnten zu gebrochenen Zähnen, gebissenen Lippen oder gebissener Zunge und zum seltenen Kieferbrüchen führen. Ohrenverletzungen sind selten ernsthaft, können aber die inneren Organe im Innenohr zerstören.
Wichtig zu wissen ist es, dass jegliche Schläge auf den Kopf, wenn sie kräftig genug sind, zu Ohnmächtigkeit führen können.
Anschliessend an den Kopf kommt der Nacken mit der Wirbelsäule. Verletzungen der Wirbelsäule sind ernsthaft. Auch der Hals mit dem Adamsapfel und den beiden grossen Arterien muss geschützt sein.

Der Brustkasten:
Der Brustkasten bietet den inneren Organen guten Schutz. Verletzungen in TKD sind an diesem Ort selten.

Der Unterleib:
Der Unterleib wird nur durch einen Teil der Wirbelsäule unterstützt, bei deren Verletzung man gehbehindert bleiben kann. Die inneren Organe wie der Magen sind oft bei Schuss – oder Stichwunden gefährdet.

Die Genitalien:
Bei Frauen sind Schläge auf die Genitalien schmerzhaft, aber weniger gefährlich. Bei Männern ist die Situation ernsthafter.

Die Extremitäten:
An den Armen verletzt man sich selten. Nur die durchgehenden Nerven können sich schmerzhaft äussern. Sehr verletzlich sind dagegen die Knie. Wenn eines einmal gebrochen ist, schmerzt es wahrscheinlich ewig.

Aus Sicherheitsgründen sollten alle Mitglieder Erste Hilfe leisten können.

1.2. Benutzte Körperteile zum Angreifen und Abwehren

Saubere Ausführung der Techniken ist wichtig. Wenn aber während einem Kampf die Kraft und Stärke fehlt, nützt das wenig.  Man wird vom Gegner besiegt. Darum ist es wichtig, jede wichtige Stelle des Körpers zu festigen und regelmässig abzuhärten.
Man hat zwei natürliche Werkzeuge zur Verfügung, um sich selber verteidigen zu können, die Hände und die Füsse. Mit beiden lassen sich die Angriffe und das Abwehren ausführen. Zunächst muss man die genauen Stellen kennen, mit denen die Kraft auf den Opponenten übertragen wird.

A) Teile der Hand, die man am besten Anwenden kann:

Die Hand kann so vielfältig eingesetzt werden, dass man genau überlegen sollte, welche Teile man in der entsprechenden Situation gebrauchen soll.

·         Vordere Faustseite: Sie wird am meisten eingesetzt, um die Rippen, den Solar Plexus, den Unterleib, den Kiefer usw. anzugreifen. Die Hauptknöchelchen des Zeigefingers und des Mittelfingers sind die schlagenden Teile. Zu beachten ist, dass das Handgelenk nicht gebogen wird, während die Hand zusammen gepresst ist. Der rechte Winkel zwischen der Ober- und der Frontseite muss stimmen, damit die Kraftübertragung richtig verläuft.



Hintere Faustseite: Mit dieser greift man oft den Schädel, das Gesicht allgemein, die Schläfe, den Unterleib usw. an. Die Einschlagspunkte sind wieder die zwei Hauptknöchelchen.
                                    




Seitliche Faust: Angriffsstellen sind der Schädel, der Ellenbogen, die Rippen, der Solar Plexus, der Unterleib und die Oberlippen.


Untere Faust: Die vier Finger rollt man in die Handfläche. Der Daumen wird seitlich an den Zeigefinger gepresst. Hier ist ein Angriff auf den Adamsapfel effektiv. Man schlägt mit den drei Knochen des Zeigefingers, des Mittelfingers und des Ringfingers.



Lange Faust: Diese Stellung ist ähnlich wie die obere, nur das hier die Hauptknöchelchen steif sind und der Daumen fest gebogen ist. Der Adamsapfel und die Schläfe können so angegriffen werden.



Offene Faust: Das Handgelenk ist nach oben gebogen. Die Finger zeigen in Richtung der Handfläche. Gute Angriffsziele sind die Nase, der Mund und das Kinn.


Handfläche: Damit die Fläche angespannt wird, müssen die Finger ein bisschen nach innen gebogen sein. Meistens ist diese Technik für das Abwehren bestimmt und selten für einen Angriff.                                   



Knöchelfaust: Diese Methode sollte man nur Anwenden, wenn man aus kurzer Distanz schlägt und die Bewegung sauber ausführt. Der Zweite Knöchel des Daumens, des Zeige– oder des Mittelfingers kann genutzt werden.



Äussere Handkante: Dies ist eine kraftvolle Technik, besonders, wenn man ein seitliches Ziel hat. Auch als Abwehr kann die Kante genutzt werden.




Innere Handkante: Ähnlich wie die äussere, nur dass hier der Daumen stark zur Handfläche gebogen ist.


Fingerspitzen: Dies ist eine sehr spezielle Technik, deren Gebrauch von der Art des Ziels abhängt, das man angreifen will. Die Hand hat die gleiche Form wie bei der äusseren Handkante. Man braucht hier die drei grössten Finger. Unterschieden wird zwischen flachen Fingerspitzen, aufrechten Fingerspitzen, umgekehrten Fingerspitzen (Handfläche schaut nach oben) und gewinkelten Fingerspitzen.



Vorderarm: Meistens wehrt man mit diesem Teil ab. Ein drittel der Länge vom Handgelenk zum Ellbogen wird genutzt. Auch hier unterscheidet man zwischen dem äusseren, dem inneren, dem hinteren und dem unteren Vorderarm.

B) Fussteile, die man am besten anwenden kann:

Die Füsse werden in TKD eingesetzt, da ihre Schlagwirkung beinahe doppelt so gross ist, wie die der Hände.



Fussballen: Beim Schlag muss man aufpassen, dass die Zehen nach oben gebogen sind. Als Zielort sind verschiedene Stellen des Körpers vorgesehen. Man kann den Fussballen gelegentlich auch zum Abwehren benützen.


Fussschwert: Das ist der am meisten benötigte Teil. Benützt wird ein Drittel der äusseren Fusskante, von der Ferse aus gerechnet. Als Angriffswaffe ist die Kante sehr nützlich. Zu beachten ist, dass die Fusskante zur Zeit des Schlages gespannt sein muss und die Zehen nach oben gebogen werden sollten.



Ferse: Sie ist vor allem für das Stampfen vorhergesehen. Bei einem gefallenen Gegner finden sich automatisch Angriffsziele. Die Schläge sind am effektivsten, wenn man Schuhe trägt.




Knie: Vor allem bei einer kurzen Distanz eine gutes Mittel, um die Körperteile wie die Brust oder den Unterleib anzugreifen.



Hintere Ferse: Bei Drehbewegungen gebraucht man sie oft, um verschiedene Körperteile zu treffen.




Fussrist: Man kann sehr effektive Schläge damit durchführen. Der Fuss und die Zehen müssen nach unten angespannt sein.



Seitlicher innerer Fussrist: Den Fuss nach unten, anschliessend seitlich drehen, bis der Rist nach unten zeigt. Er wird beinahe ausschliesslich zum Abwehren angewendet



Zehen: Sie sind nur nützlich, wenn man Schuhe trägt. Leichte Verletzungsgefahr besteht immer bei einem Angriff.
C) Gemischte Körperteile, die man anwenden kann:

Diese Stellen sollte man nur dann anwenden, wenn man sie wirklich braucht. Sie sind sehr schwer abzuhärten und die Effizienz scheint kleiner zu sein als das eingesteckte Risiko. Trotzdem sollte man diese in Notfällen anwenden können



Kopf: Man kann entweder die Stirn oder den Hinterkopf benützen. Das letztere kann nützlich sein, wenn man von hinten gepackt wird.


Schultern: Sie können zum wegschieben eines Gegners bei kurzer Distanz dienen.



Weitere Stellen: äussere und innere Fussknöchelchen, Schienbein (vorderes, seitliches oder hinteres).


Der Zweck jeder Kampfkunst ist schlussendlich die Selbstverteidigung. Wenn man den Unterschied zwischen TKD und anderen Kampfkünsten finden will, so kann man zuerst zwei Gruppen bilden.
Zur ersten Gruppe gehören die Kampfkünste, deren Kampfsysteme eine gewisse Ähnlichkeit mit TKD aufweisen. Dazu gehören (nebst TKD) die zwei bekanntesten Systeme „Karate“ und
„Kung – Fu“. Die Unterschiede liegen in den Grundprinzipien. Der grösste Unterschied ist, dass die Überlieferten Techniken, die zum Teil sehr alt sind, nicht geändert werden. Das TKD dagegen befürwortet die Weiterentwicklung derer.
Karate(„Weg der leeren Hand“): Karate ist eine japanische Kampfkunst, deren Ursprung auf der Insel Okinawa liegt. Die mehr als dreihundert verschiedenen Stile entwickelten sich aus einer Kombination des okinawischen „Te“ und des chinesischen „Kempo“. Einige Systeme gelangten nach Japan, wo sie sich mit der Zeit zum Karate verwandelten und heute weltweit als Sport bekannt sind. Karate enthält Schlag-, Stoss– und Tritttechniken. Würfe werden auch geübt. Karate besitzt auch eine Art des Schattenboxens, die „Kata“. Sie sind aber auf keinen Fall identisch mit denjenigen von TKD. Einige Stile erlauben die Austragung der Wettkämpfe, andere nicht.
Kung – Fu („harte Arbeit“): Es ist ein Oberbegriff für chinesische Kampfkünste. Die meisten basieren auf Bewegungen von Tieren. Der Umgang mit Waffen wird ebenfalls geübt.
Die Kampfstile der anderen Gruppe besitzen keine Ähnlichkeit mit demjenigen des TKD. Von Unterschieden kann man gar nicht sprechen. Die Philosophie und die Bewegungen sind völlig anders. Zu dieser Gruppe gehören Judo, Aikido Kendo und weitere.


Dieser Eid ist in jedem Training zu leisten. Er beinhaltet fünf Punkte:

1. Ich soll die Prinzipien des TKD beachten.

2. Ich soll die Trainer und die Älteren respektieren.

3. Ich darf niemals TKD missbrauchen.

4. Ich soll für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen.

5. Ich soll eine bessere, friedliche Welt aufbauen.


Dieses Gebot hat General Choi aufgestellt, damit die Beziehung Lehrer- Schüler nicht zusammenbricht. Seiner Meinung nach ist eine gute Beziehung wichtig für das lernen. Analog zu diesem Gebot gibt es eines für alle Lehrer.

1. Ein Schüler darf nie aufhören zu lernen.
 
2. Ein guter Schüler kann jederzeit und überall lernen.

3. Ein guter Schüler muss bereit sein, seine Zeit dem Verein zu opfern.

4. Ein Trainer hat das Recht, auf Schüler zu verzichten, die nicht bereit sind, an Vorführungen oder allgemeinen Arbeiten in der Trainingshalle, teilzunehmen.

5. Man muss Niedergraduierten Schülern immer ein Vorbild sein.

6. Jeder Schüler sollte immer loyal sein und nie den Trainer, das TKD oder die Unterrichtsmethode kritisieren.

7. Wenn ein Lehrer eine Technik zeigt, so soll sie der Schüler üben und versuchen, sie anzuwenden.

8. Der Schüler muss bedenken, dass das Verhalten des Schülers ausserhalb des Do  Jangs auf das TKD und auf den Lehrer zurückfällt.

9. Wenn ein Schüler eine Technik in einem anderen Do Jang lernt, darf er sie nur mit der Erlaubnis des Trainers im eigenen Do Jang ausüben.

10. Der Schüler muss dem Trainer immer Respekt zeigen.
 
11. Der Schüler muss immer willig sein zu lernen und bereit sein, Fragen zu stellen.

12. Man darf nie das Vertrauen des Trainers missbrauchen.


Das Ranksystem hat den Zweck, dass man den momentanen Stand der Ausbildung jedes Schülers erkennt.

Die Skala ist in neunzehn Ränke eingeteilt– zehn Gups und neun Dans. Der Anfänger startet mit dem zehnten Gup (die tiefste Stufe) und endet beim ersten. Träger des schwarzen Gürtels fangen mit dem ersten Dan an und enden mit dem ultimativen neunten Dan.

Gürtel:                                                                                       Rank:

Schwarzgurt                                                                            1. – 9. Dan

Rotgurt mit schwarzem Streifen                                           1. Gup

Rotgurt                                                                                    2. Gup

Blaugurt mit rotem Streifen                                                  3. Gup

Blaugurt                                                                                   4. Gup

Grüngurt mit blauem Streifen                                                5. Gup

Grüngurt                                                                                  6. Gup

Gelbgurt mit grünem Streifen                                                7. Gup

Gelbgurt                                                                                   8. Gup

Weissgurt mit gelbem Streifen                                             9. Gup

Weissgurt                                                                              10. Gup

Nun kann man sich fragen, wieso man beim 9. Dan aufhört.

Die 9 ist die grösste einstellige Zahl. Sie steht auch für 3 * 3. Im Osten ist die 3 die höchstgeschätzte Zahl. Bei der Multiplikation von 3 mit sich selber erhält man neun, die Höchste der Höchsten. Diese Bedeutung hat man auch ins TKD übertragen. Dementsprechend ist der 9. Dan der höchste bei den Gurten.

Die Farben wurden nicht zufällig gewählt. In früheren Dynastien hatten sie verschiedene hierarchische Bedeutungen.

Weiss: Der Schüler ist Anfänger. Er ist unschuldig wie ein weisses Blatt Papier oder wie ein weisser Keim, den man in den Boden pflanzt.

Gelb: Der Schüler hat bereits etwas gelernt. Er bekommt Farbe. Die Pflanze beginnt zu keimen.
 
Grün: Die Pflanze ragt aus dem Boden und bekommt grüne Blätter.

Blau: Blau steht für den Himmel, gegen den die Pflanze wächst. Die Farben werden dunkler. Das zeigt den Fortschritt.

Rot: Die Farbe ist dunkel. Sie steht für Gefahr. Der Schüler muss jetzt seineTechniken unter Kontrolle haben.

Schwarz: Das Gegenteil von weiss steht in TKD für Reife und Tüchtigkeit. Der Schüler ist selbstbewusst und hat keine Furcht. In der Farbe schwarz sind alle Farben gemischt.


Die folgenden Prinzipien wurden aus dem Grund aufgestellt, dass man möglichst effiziente Techniken ohne viel Energieverlust ausführen kann 

1. Die Machttheorie muss gelernt sein.

2. Man muss den Sinn und Zweck jeder Bewegung verstehen.

3. Die Hand, der Fuss, der Atem und der Blick müssen in eine möglichst einfache Aktion gleichzeitig gebracht werden.

4. Die Angriffswerkzeuge (zum Beispiel Handkante, Fingerspitze, Fusskante, Fussballen etc.) müssen für die Vitalpunkte (Augen, Kehlkopf, Solar Plexus, Rippen etc.) geeignet ausgewählt werden.

5. Der richtige Winkel und die richtige Distanz müssen für einen Angriff oder eine Verteidigung gefunden werden.

6. Vor jeder Ausführung einer Armtechnik beugt man leicht Arme und Beine.

7. Für alle Bewegungen gibt es eine Gegenbewegung (Aktion = Reaktion)

8. Die Bewegungen werden in der Form einer Sinuswelle ausgeführt.

9. Zu jeder Technik gehört eine Atemtechnik, mit Ausnahme der verbundenen Techniken (zwei Techniken, ein Atemzug).

Ein wichtiger Beispiel:

Man unterscheidet zwischen tiefen, mittleren und hohen Techniken (Augenhöhe, Schulterhöhe und Nabelhöhe). Die Schüler sind aber nicht alle gleich gross. Damit aber alle dieselbe Bewegung machen können, werden diese relativ zur eigenen Körpergrösse durchgeführt.

Zu beachten ist, dass die unbenutzte Faust zurück zur Hüfte gehört (Gegenbewegung).

Die Koordination der Hüfte und der Faust bei einer Bewegung nach vorne:

Die Faust ist gespannt. Die Hüfte bewegt sich mit der Faust in die selbe Richtung. Der Fuss beginnt sich nach vorne zu bewegen, während die rechte Faust die Gegenbewegung startet.
Während der Vorwärtsbewegung ist der Körper entspannt.

Sobald der Fussballen den Boden berührt, spannt man die Fäuste und dreht die Arme.
Beim Einschlag schleudert man die Hüfte ruckartig nach vorne, um der Faust zusätzliche Kraft zu geben. Der Körper ist angespannt.


Beim Kampf (Sparring) werden die Techniken, die man aus den Grundtechniken und den Tul gelernt hat, auf einen oder mehrere, richtige Gegner angewendet. Es fördert nicht nur den eigenen Kampfgeist und den Mut, es ist auch unentbehrlich für das Schauen. Die Fähigkeit, die Taktik des Feindes lesen zu können, wird entwickelt. Die Erfahrungen, die man beim Sparring macht, sind wichtig, wenn es zu einem ernsten Strassenkampf kommt. Im Sparring unterscheidet man zwischen vorbereitetem Sparring, Semi– Free– Sparring, freiem Sparring, Model– Sparring und vorbereitetem freiem Sparring.

Vorbereitetes Sparring

Wie der Name schon sagt wird dieses Sparring vorbereitet. Es werden zum Beispiel die Anzahl Schritte, das gewünschte Ziel sowie die gewünschte Technik festgelegt. Hier wird der Schüler mit dem  Bereich des Kampfes bekannt gemacht. Er steht vielleicht zum ersten mal einem Gegner gegenüber.

Eine relativ einfache Art des vorbereiteten Sparring ist das „Tree – Step – Sparring“:
 ·        Zwei Leute stehen sich gegenüber in der Parallelstellung. Der Angreifer macht einen Schritt nach hinten und blockt mit der unteren Abwehrtechnik. Der andere steht in der Parallelstellung. Diese Situation zeigt, dass beide bereit sind.

·        Der Angreifer macht nun einen Schritt nach vorne und führt einen Schlag aus, zum Beispiel den „Anun So Chirugi“. Es können natürlich auch andere Techniken mit anderen Stellungen eingesetzt werden. In der Regel ist die rechte Seite immer die erste.

·        Der Zweite Schüler bewegt sich mit einem Schritt nach hinten und wehrt in diesem Fall mit „Gunnun So Anpolmok Baro Yop Makgi“ ab.

·        Diese Angriffs – Abwehrbewegung wiederholt man drei Mal. Die Übung ist beendet. Beide Personen gehen zurück zur Ausgangsstellung („Narani Sogi“).

·        Die Rollen werden vertauscht und der Attackierende muss jetzt abwehren.

Damit die Übung einen Sinn macht, müssen die Distanzen zwischen den beiden Leuten richtig gewählt werden. Sie dürfen nicht zu weit von einander entfernt sein.

Nebst dem „Tree- Step- Sparring“ gibt es auch das „Two– Step-“ und das „One– Step– Sparring“.

Semi – Free Sparring

Das Semi– Free– Sparring ist der letzte Schritt, bevor eine Person zum freien Sparring wechselt. Man kann es auch „simuliertes freies Sparring“ nennen. Träger aller Gurtfarben können es gut üben. Man kann die Distanz, die Techniken, die Anzahl Bewegungen, also alles, frei wählen. Die Rollen der Schüler während dem Ausführen werden oft auch getauscht. So kann eine realistische Kampfszene nachgemacht werden. Dieses Art des Sparring wird sehr oft in Vorführungen gezeigt.

Free Sparring

„Das Free Sparring ist im Wesentlichen ein offener Kampf mit kontrolliertem Angreifen und dem Verbot, einige vitale Stellen zu attackieren.“

Im freien Sparring gibt es keine vorbereiteten Modelle zwischen den Konkurrenten. Der Angriff und die Verteidigung ist ihnen frei überlassen. Eine Ausnahme schränkt sie ein: falls sie keine Ausrüstung tragen, ist der Kontakt zu vermeiden.
Damit der Sieg gesichert werden kann, muss man den Gegner und seine Taktik so gut kennen, wie seine eigene. Deswegen ist es von Nachteil, nach einem Schlagaustausch mit unkontrollierten Bewegungen im Angriff zu bleiben, anstatt sich lieber zurückzuziehen. In jedem Kampf ist es wichtig, gut gedeckt zu sein. Dies ist der Grund, warum man die Hände nie fallen lassen darf. Ein Angriff soll nur dann stattfinden, wenn sich die Chance für einen sicheren Treffer zeigt. Man muss sich also immer darauf konzentrieren, eine offene Stelle zu finden, zu suchen oder zu provozieren, und diese Gelegenheit sofort ausnützen.
Es ist oft schwierig, eine gute Deckung zu durchzudringen. Entweder tut man dies mit Gewalt, oder man täuscht den Gegner. Die zweite Variante ist in jedem Fall die bessere. Natürlich ist ein starker Körper von Vorteil, aber er steht in keinem Verhältnis mit der Geschicklichkeit des Kämpfers. Die Taktik ist also von grosser Bedeutung in TKD.
Einen Punkt soll man immer im Hinterkopf behalten. Zu dem Zeitpunkt, wenn man selbst angreift– meistens betrifft das die Faustangriffe– ist man für diese kurze Zeit nicht gedeckt. Die Deckung ist offen. Man riskiert, getroffen zu werden. Also muss aus dem Schlag schnell wieder eine defensive Haltung hergestellt werden.

Was sich auch oft herausstellt, ist, dass man allzu oft immer dieselben Techniken, d.h. die eigenen Lieblingstechniken, einsetzt. In einem ernsten Kampf kann man dies tun, im Training müssen aber diejenigen Techniken ausprobiert werden, die man noch nicht unter Kontrolle hat. Für einen Rechtshänder und Rechtsfüsser muss der Einsatz der linken Seite unausweichlich sein. Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste ist, dass in manchen Situationen die starke Seite nichts bringt oder nicht durchführbar ist. Der zweite ist, dass bei einem Kampf ein erfahrener Gegner die Lieblingstechnik herausfindet. Wenn sie zu oft gebraucht wird, wird er zuvorkommen und sie so zum eigenen Vorteil nutzlos machen. Für diesen Zweck führt man oft Sparrings durch, in dem einer zum Beispiel nur Fausttechniken verwenden darf, während für den anderen alles erlaubt ist.
Während eines Kampfes sollte man nicht allzu angespannt sein. Wenn man angespannt ist, schränkt man seine Beweglichkeit und seine Schnelligkeit ein. Dies könnte eine Folge von zu viel Überlegungen sein. Man möchte den Gegner taktisch schlagen, verschafft sich aber dabei selber Nachteile.


Ein ernster Kampf kommt nicht so oft vor. Trotzdem ist es von grosser Bedeutung, dass man die Selbstverteidigungstechniken beherrscht. 

Ein unüblicher Fall der Selbstverteidigung ist, wenn man ergriffen wird. Man kann sich dann auf drei verschiedenen Wegen befreien: 

A)    mit einem direkten Angriff auf eine verletzliche oder vitale Stelle,

B)     mit Brechen des angreifenden Gelenks der Arme oder

C)    mit einer befreienden Bewegung, die mit einem Konterangriff verbunden ist.

Die meisten Überfälle passieren unerwartet. Auf solche unerwarteten Situationen ist es schwierig zu reagieren.
Wenn man den Gegner nicht seriös verletzen möchte, gibt es eine Alternative zum Schlagen. Es ist das Werfen. Nach dem Wurf sollte man sich schnell vom Gegner entfernen, um nicht einen Rückschlag zu bekommen oder gar selbst zu Boden gebracht zu werden.


Do Jang ist ein anderes Wort für eine Trainingshalle. Es gibt einige Voraussetzungen, die im Do Jang erfüllt sein müssen. Da alle Mitglieder barfuss trainieren, sollte der Boden eine richtige Härte haben, damit Verletzungen vermieden werden. Hier sind einige Regeln, die zu beachten sind:
 
- Alle Schüler erscheinen pünktlich und im Dobok (Anzug von I. T. F.).

- Beim Eintreten ins Do Jang verneigt sich der Schüler vor der TKD– Fahne und grüsst den Lehrer (Sabum).

- Ohne die Erlaubnis des Instruktors darf der Schüler den Trainingsraum weder verlassen noch betreten.

- Unnötiges Geschwätz während des Trainings sowie unnötiger Lärm sind verboten.

- Der eigene Körper muss auch bei Misserfolgen beherrscht werden können.

- Bei Fragen nimmt man die Ruhestellung ein, grüsst und spricht laut.

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